Mini-Pressespiegel zu Battlefield 1 (23.10.2016) – verpufftes Potenzial?

….zumindest aus Sicht eines Historikers. Da ich das Spiel selber noch nicht gespielt habe möchte ich mir auch kein eigenes Urteil anmaßen und habe Euch die für mich prägnantesten Artikel und Zitate aus dem Netz zusammengestellt, sodass Ihr Euch Eure eigene Meinung bilden könnt. Ein ausführliches Review wird es natürlich geben, sobald ich Battlefield 1 selbst gespielt habe. Doch die Zitate spiegeln so ziemlich wieder, wie ich dem Spiel nun gegenüberstehe (p.s. ich spiele keinen BF Multiplayer, bitte beachtet beim Lesen, dass es mir überwiegend um die Kampagne wichtig bestellt war).

„Battlefield 1“ im Test – Darf der Erste Weltkrieg echt Spaß machen?

(spiegel.de/netzwelt, Tobias Hanraths)

[…] In allen Szenarien erlebt der Spieler den Krieg aus Sicht der Alliierten – deutsche Protagonisten gibt es in der Kampagne nicht. Und selbst Russland und Frankreich, zwei Hauptakteure des Ersten Weltkriegs, spielen rätselhafterweise kaum eine Rolle. […]

[…] Trotzdem gelingt das Spiel mit verschiedenen Perspektiven, weil es den Krieg auf persönliche Schicksale herunterbricht. Die Hauptfiguren der fünf Szenarien wollen den Krieg in der Regel nicht gewinnen, sondern nur überleben. Tiefschürfende Dramen dürfen Spieler nicht erwarten, trotzdem funktionieren die simplen Geschichten ganz gut. Vereinzelt lassen sie sogar Raum für leise Momente – auch wenn die oft kitschig und manchmal unfreiwillig komisch sind. […]

Battlefield 1 im Test-Tagebuch: Die Einzelspieler-Kampagne – Pathos, Panzer und verpufftes Potential

(giga.de, Alexander Gehlsdorf)

[…] Die Story Durch Morast und Blut versetzt Dich in die Haut eines britischen Panzerfahrers, der sich in den letzten Kriegsmonaten hinter feindlichen Linien behaupten muss. Einflussreiche Freunde erzählt die Geschichte eines amerikanischen Hochstaplers, der sich als britischer Pilot ausgibt und schon bald dem Ernst des Krieges gegenübersteht. In Avanti Savoia! begibst Du dich in den italienischen Alpen auf die Suche nach deinem besten Freund, während Du in Der Meldegänger auf australischer Seite wichtige Nachrichten während der Schlacht von Gallipoli überbringst. Nichts steht geschrieben schickt Dich schließlich als Beduinin Zara gemeinsam mit Lawrence von Arabien auf Guerilla-Missionen, um einen schwer gepanzerten Zug des Osmanischen Reiches zu zerstören. […]

[…] Das Potential der War Stories schöpft Battlefield 1 trotz dieser breiten Aufstellung dennoch nicht aus. Es illustriert zwar verschiedene Schauplätze des Ersten Weltkriegs, spielbar sind diese jedoch stets nur auf Seiten der späteren Siegermächte. […]

[…] Spätestens nachdem ich in Avanti Savoia! in eine Ritterrüstung schlüpfe und mit dem MG im Alleingang unzählige Feinde niedermähe, wird die Kampagne jedoch wieder zur bemühten Popcorn-Schießbude und trägt nichts dazu bei, den Ersten Weltkrieg historisch korrekt aufzuarbeiten. […]

[…] Nachdem Dice bekanntgegeben hatte, dass Battlefield 1 im Ersten Weltkrieg spielt, gab es berechtigte Kritik und Diskussionen an dieser Entscheidung. Für Verwunderung hat dann in Deutschland unter anderem die USK gesorgt, die dem Spiel ohne inhaltliche Schnitte eine Freigabe ab 16 Jahren erteilt hat. Wer sich eine Weile mit dem Spiel beschäftigt hat, kann das dann aber vermutlich gut nachvollziehen. […]

Kaiserschlacht und Kriegstauben der Spitzenklasse

(golem.de, Peter Steinlechner)

[…] Trotz einiger makabrer Nahkampfmanöver wirkt der Titel so gut wie gar nicht blutrünstig oder kriegslüstern. Dice zeigt die dunkle Seite der damaligen Zeit an einigen Stellen sehr eindrücklich auf, aber davon abgesehen wirkt das Ganze eher wie ein großes Abenteuer – ähnlich wie das einige Filme ja auch machen. Am ehesten noch kritikwürdig finden wir die Art, wie das im Krieg leider verwendete Massenvernichtungsmittel Giftgas im Spiel auftaucht: nämlich als eklig-grüne Wolke, die uns zum Husten bringt und ein paar Gesundheitspunkte abzieht – das ist schon sehr verharmlosend. […]

[…] Dice zeigt durchaus, welche furchtbaren Gräuel damals stattgefunden haben. Trotzdem können wir die Altersfreigabe „ab 16“ inzwischen nachvollziehen. Gut finden wir unter anderem, dass es so gut wie keine unangenehmen nationalistischen Töne gibt. Wir haben nie darauf geachtet, für welches Land wir jeweils angetreten sind. […]

[…] Lediglich der Einzelspielermodus ist keine Spitzenklasse. Ein paar der Missionen erzählen zwar glaubwürdig vom Grauen des Ersten Weltkriegs. Aber was den Wow-Faktor, die Effekte und Überraschungen angeht, bieten etwa die Kampagnen der letzten Call of Duty sehr viel mehr. Für Einzelspieler lohnt sich die Anschaffung also nicht unbedingt. Wer Multiplayermatches und vielleicht auch die Vorgänger mag, kommt um Battlefield 1 aber nicht herum. […]