Gedanken zu Battlefield 1 (Teil2)

(updated: 20.08.2016)

Nach der Präsentation auf der E3 2016 und dem witzigen Multiplayerspektakel (Battlefield 1 Gameplay E3 2016) mit vielen Stars wird eines klar: das eigentlich zu erwartende langsame Spieltempo, dass historisch auch akurat wäre, wird es nicht geben. Das Setting hätte einige neue Missionsarten taktischer Natur ermöglicht, doch soweit man sieht, scheint sich das Spiel von seinen Vorgängern (leider) nicht allzu sehr zu unterscheiden. Doch dafür gibt es ja bereits das Genre der Taktikspiele wie z.B. „The Entente“ und „Word War 1 – Grabenkrieg in Europa“. Weder der Wechsel der Waffen ist langsam und verbreitet Frust aufgrund der veralteten Technik, noch verharrt man in Grabenkämpfen und Belagerungsgefechten.

(Quelle: E3 2016, Youtube Video-Channel: MKIceAndFire)

Gespannt bin ich immer noch auf die Kampagne – ob sich DICE wenigstens dort spielerisch oder Cutscenetechnisch dem ersten Weltkriegssetting historisch einigermaßen realistisch verpflichtet oder eine wahre Story nacherzählt. Bis Dato erscheint mir Battlefield 1 fast Sci-Fi-mäßig, was den Ersten Weltkrieg anbelangt…..Viele  Panzer (sogar im Osmanischen Reich)…..MGs (Handmaschinengewehre) für jede Fraktion…Flugzeuge mit Raketen…Doppeldeckerflugzeuge die Luftangriffe vollziehen (ich sage nur Papier…Raketen???)…..nunjah*räusper* Es gibt so einiges………

Abgesehen von all den Panzern. Im ersten Weltkrieg gab es ca. 9 deutsche Panzer A7V….und die britischen Mark IV….ach reden wir gar nicht davon, in Battlefield 1 sind sie überall, als wären sie Massenware wie Turnschuhe…

Battlefield 1  ….ist Battlefield 4. Mit einer WW1 Fassade. Militärhistorisch ein Desaster. Gruseilg….für den Historiker, unterhaltsam für den Gamer in mir…..the_german_spring_offensive2c_march-july_1918_q70017

(A7V, 30 Tonnen, Produktion: 20 Stück gegen Ende des Krieges)

british_mark_iv_tadpole_tank

MarkIV, 1917 (28 Tonnen, Male/Männlich (mit Kanonen) und Weiblich/Female (MGs) Version

Tiefe Atempause…..back to topic:

Selbstverständlich kann man von einem Ego-Shooter nicht die erzählerische Tiefe eines „Valiant Hearts: The Great War“ erwarten. Dies wäre auch zu viel verlangt, obwohl technisch möglich. Doch Battlefield hatte jeher seinen Reiz in den Multiplayergefechten und nicht im Storytelling. Und dies erwarten auch die Stammspieler, tiefsinnige moralische Geschichte und Action vertragen sich selten so gut wie bei „Bioshock: Infinite“ oder „Spec Ops: The Line“…und noch weniger in Spielen mit Multiplayermodus, wie Battlefield.

Die einzige Sorge (neben dem in der Alpha sehr umstrittenen „Spotting“, d.h. Markierung feindlicher Spieler sogar durch Wände), die ich allerdings wirklich habe…und die mich beschäftigt ist: wird Großbritannien das USA des Ersten Weltkrieges? Wir alle kennen die einseitige Geschichtserzählung aus Sicht der USA in vielen WW2-Shootern. Oder womöglich bleibt es einfach bei den USA (siehe weiter unten).

bf1image
Copyright: DICE, EA

Doch warten wir die Kampagne ab…und höchstwahrscheinlich komme ich dann wieder auf Battlefield 1 zurück, denn spielen werde ich es auf jeden Fall. Und warum? Nein ich spiele kein BF3 oder BF4 im Multiplayer in einem Clan, ich bin durch die Kampagnen und hatte meinen Spaß. Doch nun bin ich als Historiker wirklich neugierig…vor allem, wegen des afroamerikanischen Charakters (Protagonisten?) der auf so vielen Screenshots zu sehen ist und auf die Harlem Hellfighters, das 369 Infanterieregiment der USA, schliessen lässt. Dies bestand nur aus Schwarzen, die sich in Kanada oder Frankreich verpflichteten, jedoch US-Uniformen trugen, denn „Schwarz war keine Farbe des Regenbogens“. Für mehr Info zu ihnen, lest hier weiter. (p.s. mittlerweilse hat sich mein Verdacht bestätigt.)

True_Sons_369th_02426v
Copyright: University of Germantown

 

 

 

 

Gedanken zu Battlefield 1 (Teil1)

Lange warteten Fans der Battlefield-Reihe auf ein Setting im Ersten Weltkrieg. Zumindest wenn ich mich in Foren und im Freundeskreis umsehe. In kurzer Zeit wurde der Trailer vom Mai zu einem der beliebtesten Trailer auf Youtube (über 37 Mio. clicks) und euphorisch von der Community gefeiert. Doch es tauchten auch kritische Stimmen auf (siehe GIGA.de).

Battlefield 1 erscheint voraussichtlich im Oktober 2016 und wurde, genau wie seine Vorgänger, von Digital Illusions Creative Entertainment AB (DICE) aus Schweden entwickelt.

Lange warteten Fans der Battlefield-Reihe auf ein Setting im Ersten Weltkrieg. Zumindest wenn ich mich in Foren und im Freundeskreis umsehe. In kurzer Zeit wurde der Trailer vom Mai zu einem der beliebtesten Trailer auf Youtube (über 37 Mio. clicks) und euphorisch von der Community gefeiert. Doch es tauchten auch kritische Stimmen auf (siehe GIGA.de).

Den Ersten Weltkrieg kennen viele noch aus der Schulzeit. 2014 war es 100 Jahre her, dass sich die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ jährte. In Medien, Dokumentationen, ja auch in Videospielen (wie z.B. Valiant Hearts) wurde eine Erinnerungskultur praktiziert, die wohl doch an den meisten vorbeiging oder aufgrund übertriebenen medialen Inputs und moralischen Diskussionen gerade von jungen Leuten ignoriert wurde. Zu sehr sind viele es leid immer wieder mit moralisch erhobenem Zeigefinger an die Kriege Anfang des 20. Jahrhunderts erinnert zu werden.

100 Jahre sind lange her. Und wir, die wir in Westeuropa leben, kennen seit 70 Jahren in unseren eigenen Gefilden den Krieg nur aus Filmen (meist aus Hollywood) oder eben Videospielen. Selbstverständlich schafft dies eine unwirkliche Distanz zu unserer Vergangenheit, vielleicht ist dies gut. Vielleicht auch nicht. Bedenken sollte man auch, dass vor allem bei der Battlefield-Serie, die auch andere Kriege des 20. Jahrhunderts behandelt, auch der amerikanische Markt mitunter bedient wird. Und viele Amerikaner und nicht-Europäer haben über den Ersten Weltkrieg zumindest aus medialer Sicht wenige Kenntnisse über die Ursachen und Ausmaße dieses Krieges. Meistens, zumindest fiel mir dies  in vielen Foren auf, wird der Erste Weltkrieg mit dem Zweiten Weltkrieg von vielen jungen Amerikanern  gleichgesetzt oder gar „vermengt“. Es ist schon seltsam, wenn man als Historiker Posts liest, die Soldaten des Kaiserreichs unter Wilhelm II. als „Nazis“ bezeichnen.

Doch zurück zum Trailer, den man wirklich gesehen haben sollte, bevor man an dieser Stelle die nächsten Tage weiterlesen kann:

 

 

To-Do-Liste (Zweiter Eintrag)

images

Ich habe mir einiges vorgenommen….hier die Spiele (die ich auch alle selber fast durchgespielt) habe und in diesem Blog gerne „betrachten“ möchte. Ich werde nicht alphabetisch vorgehen und schreibe je nachdem wie es mir beliebt (zeittechnisch) – von daher hoffe ich, dass ich ein paar Anregungen von meinen Lesern erhalte (gerne auch per Kommentar hier/Mail/Twitter) falls in Euren Augen sehr „wichtige“ Spiele fehlen sollten. Ich weiß, dass die Mehrzahl der Spiele die hier von Relevanz sein sollten (Historisch) Strategiespiele sind, dennoch lasse ich diese meist außen vor.

  • Age of Empires II: HD Edition
  • Assassin’s Creed 1
  • Assassin’s Creed 2 & Brotherhood
  • Assassin’s Creed 3
  • Assassin’s Creed Syndicate
  • Assassin`s Creed Unity
  • Battlefield 1 (2016)
  • Bioshock: Infinite
  • Blitzkrieg
  • Brothers in Arms Serie
  • Call of Duty (generell bis auf die neuesten Spiele „Ghosts“ etc.)
  • Call of Duty: World at War
  • Company of Heroes
  • Dishonored (bald auch 2)
  • Fallout 3
  • Mafia 2
  • Medal of Honor Serie
  • Metal Gear Solid 3
  • Panzer General
  • Red Orchestra 2
  • Secret Weapons of the Luftwaffe
  • The Testament of Sherlock Holmes (Sherlock Holmes Adventures)
  • Thief
  • Valiant Hearts: The Great War ( Soldats Inconnus : Mémoires de la Grande Guerre™)
  • Velvet Assassin
  • War Thunder
  • Wolfenstein 3D
  • Wolfenstein: The New Order

Geschichte und Videospiele? (Erster Eintrag, Beginn des Blogs)

Erster Blogeintrag…

Und ein Blog? Noch einer?

Hier geht es nicht um Retro-Games und die „Geschichte“ der Videogames, nein, vielmehr um die „Geschichte“ IN den von mir heißgeliebten Freizeitfressern, wie ich sie auch gerne nenne….

Retro hier, retro da…

OZJlR3q.0.0
Super Mario Bros. (1985)

Sucht man bei der bekanntesten Suchmaschine, die mit einem „G“ beginnt und einem „e“ endet nach „History“ und „Games“ so wird man augenblicklich mit „Retro“-Spielen à la Super Mario Bros. (1985), Pong (1972) und den ersten Heimkonsolen und Spielautomaten überschwemmt. Wissenschaftlich setzen sich die Game Studies (in deutsch auch Ludologie genannt) seit Jahren mit der Entwicklung der Videospiele auseinander. Nerd-Kram, Geek-Kram,…alles Mode seitdem „The Big Bang Theory“ erfolgreich Einzug in die deutschen Wohnzimmer hielt. Plötzlich braucht man sich seines Hobbys nicht mehr zu schämen.

Es ist cool, ein Nerd zu sein. Als solcher könnte ich mich bezeichnen: jemand, der sich Star Wars (IV-VI) hintereinander anschaut und dessen Videospielesammlung bei weitem die Schuhpaare im Schrank übersteigt (gezählt knapp 900 Spiele (Boxen etc))…ich habe bei STEAM, betreffs digitaler Spiele, aufgehört irgendwann zu zählen und bezeichne mich dank „Half Life 2“ als ein Urgestein der Plattform. Abends?  Lieber PC oder Konsole mit Freunden spielen oder sich mit der besten Freundin zum „The Walking Dead“ -Marathon treffen, anstatt durch die triste deutsche Fernsehlandschaft zu driften oder sinnfrei auf Partys „rumzustehen“. So viel zu mir.

Repräsenatation von Geschichte in Videospielen – darum geht es hier

Ich bin studierte Historikerin – warum also nicht mein Hobby mit diesem Blog – und dem was ich weiß – zu einer unterhaltsamen Einheit kombinieren? Wie wird Geschichte in Spielen rezipiert? Was ist falsch, was nicht? Und warum? Und welche historischen Gegebenheiten (Waffen, Kleidung, Geographie, etc.) werden der Spielmechanik geopfert, um dem Spieler von Heute entgegenzukommen? Witzige Anekdoten und historische Hintergründe sollen natürlich nicht zu kurz kommen. Genres und Alter der Spiele werden (von mir aus) keine Grenzen gesetzt 😉

ACS-media-SS-4-big_202195
Assassin’s Creed: Syndicate, Ubisoft (2015)

Dies war der erste Blogeintrag meines Lebens. Und hoffentlich nicht mein Letzter!